Berlin ist nicht nur eine Hauptstadt, sondern ein lebendiger Organismus voller Widersprüche. Hier trennt nur eine einzige Straßenbiegung das luxuriöse Charlottenburg vom Künstlerviertel Wedding. Beginnen Sie Ihre Reise nicht am Brandenburger Tor, sondern im Kreisberg, wo Betonwände mit Graffiti bedeckt sind, die Geschichten von Migration, Kampf und Hoffnung erzählen. In der Oranienstraße ist jedes Café eine kleine Galerie: Hier servieren Baristas Lattes mit Milchschaum in Form von Picasso-Silhouetten, und Gemälde syrischer Geflüchteter hängen an den Wänden. Dies ist kein „Ghetto“ oder eine „Masse“ – es ist eine Gemeinschaft, in der jeder eine Stimme hat. Und diese Stimme hallt wider in Underground-Jazzclubs, bei Lesungen auf Dachböden und in stillen Momenten am Holocaust-Mahnmal.
Machen Sie einen Spaziergang durch den Tiergarten – mehr als nur ein Park, die „grüne Lunge“ der Stadt, wo unter den Eichen aus dem 19. Jahrhundert noch immer die Echos preußischer Routen zu hören sind. Doch der wahre Zauber entfaltet sich nachts, wenn die Laternen leuchten und die Silhouette der Siegessäule in der Ferne schimmert. Hier, fernab der Touristenmassen, spazieren Berliner mit ihren Hunden, lesen Benjamin auf Bänken oder diskutieren bei einem Glas Riesling über Politik. Und wenn Sie im Tiergarten Café vorbeischauen, begegnen Sie vielleicht einem Künstler, der einen Sonnenuntergang über dem Neuen See in Aquarell malt – und er bietet Ihnen im Tausch gegen eine Geschichte eine Tasse Tee an.
