Hansestädte: Ein Erbe von Meer, Handel und Unabhängigkeit

von Bernt Walter

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Norddeutschland ist mehr als nur Ostseewind und grauer Himmel. Es ist der Geist der Freiheit, der von der Hanse, einem mittelalterlichen Städtebund, der den Seehandel dominierte, überliefert wurde. Heute strahlen diese Städte – Lübeck, Bremen, Rostock – dieselbe Unabhängigkeit aus wie vor 600 Jahren. Beginnen Sie in Lübeck, der „Inselstadt“, deren Straßen sich wie die Grachten Amsterdams schlängeln. Hier wurde das berühmte Marzipan erfunden, und im Niederegger Museum können Sie nicht nur Dutzende von Variationen probieren, sondern auch die Handarbeit beim Formen von Schweinen, Schiffen und Engeln beobachten.

In Bremen sollten Sie nicht das Touristenzentrum aufsuchen, sondern die Bremer Stadtmusikanten – aber nicht die, bei der jeder den Esel streichelt. Schlendern Sie weiter zur Böttcherstraße, wo sich gotische und expressionistische Architekturstile vereinen. Hier, im Café Haus Atlantis, wird Kaffee mit Meersalz und Schokolade serviert – eine Erinnerung daran, dass Bremen seit jeher zum Meer hin ausgerichtet ist. Und samstags erklingen auf dem Marktplatz altmodische Melodien auf einer Drehorgel, sodass man fast meinen könnte, die Brüder Grimm kämen gleich mit einem Brotlaib aus der Bäckerei.

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