Wie man Obstbäume pflegt: Von Apfel bis Birne – Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

von Bernt Walter

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Ein Obstbaum ist keine „Obstfabrik“. Er ist ein lebender Begleiter, der Sie überdauert. Die erste Regel lautet: Wählen Sie den Baum passend zu Klima und Boden. Apfelbäume sind robust, vertragen aber keine Staunässe. Birnbäume benötigen einen geschützten Standort. Pflaumenbäume reagieren empfindlich auf Spätfröste. Informieren Sie sich, welche Sorten für Ihre Region geeignet sind. Vermeiden Sie „modische“ Sorten – sie überstehen den Winter möglicherweise nicht.

Zweitens: Das Pflanzen ist der Beginn des Lebens. Graben Sie ein Loch, das doppelt so breit ist wie der Wurzelballen. Düngen Sie nicht sofort – Dünger kann die Wurzeln verbrennen. Geben Sie Humus, Asche und etwas Sand hinzu. Stützen Sie den Baum – dies ist in den ersten 2–3 Jahren notwendig. Pflanzen Sie ihn 5–7 cm über der Erdoberfläche, um Wurzelfäule zu vermeiden. Wässern Sie gründlich – 20 Liter pro Tag.

Drittens: Wässern Sie durchdringend, aber nicht zu oft. Junge Bäume einmal pro Woche. Ausgewachsene Bäume – 1-2 Mal im Monat mit 50-100 Litern Wasser gießen. Bei Trockenheit mehr. Wichtig: Das Wasser muss 60 cm tief in den Boden eindringen. Verwenden Sie Tropfbewässerung oder Eimer mit Löchern – so wird der Boden nicht ausgewaschen, sondern das Wasser versickert langsam.

Viertens: Der richtige Schnitt ist entscheidend für eine gute Ernte. Schneiden Sie im Frühjahr, bevor die Knospen aufbrechen. Entfernen Sie trockene, kranke und sich kreuzende Zweige. Lassen Sie die äußeren Triebe stehen – sie versorgen den Baum mit Licht und Luft. Entfernen Sie nicht alle Zweige – der Baum überlebt sonst nicht. Beim Schnitt geht es um die Kronenformung, nicht um das Auslichten der Krone. Bei Apfelbäumen ist eine becherförmige Form wünschenswert, bei Birnbäumen eine spindelförmige.

Fünftens: Düngen Sie regelmäßig. Im Frühjahr Stickstoff (für das Wachstum) ausbringen. Zu Beginn der Blüte Phosphor und Kalium (für die Knospen) düngen. Im Herbst Kalium und organischen Dünger zur Vorbereitung auf den Winter geben. Verwenden Sie nicht jedes Jahr chemische Düngemittel – sie schädigen den Boden. Besser geeignet sind ein Königskerzenaufguss (1:10) oder Kompost. Geben Sie ihn an die Wurzeln, nicht auf die Blätter.

Sechstens: Schädlingsbekämpfung – keine Gifte verwenden. Blattläuse sind der Hauptfeind. Sie lassen sich mit einer Seifenlösung (1 Esslöffel Flüssigseife auf 1 Liter Wasser) bekämpfen. Apfelwickler – Pheromonfallen einsetzen. Insekten sind keine Schädlinge, sondern Indikatoren. Ein starker Befall deutet auf einen geschwächten Baum hin. Stärken Sie ihn, dann verschwinden die Schädlinge.

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