Verpassen Sie nicht die Museumsinsel, aber nicht sonntags, wenn die Schlange zwei Blocks lang ist. Kommen Sie lieber am Donnerstagmorgen um 9:00 Uhr, wenn die Säle noch leer sind. Vor der Nofretete stehend, spüren Sie nicht nur die Erhabenheit des alten Ägypten, sondern auch eine seltsame Nähe – als würde sie Ihnen in die Seele blicken. Anschließend sollten Sie das Pergamonmuseum besuchen, wo der nachgebaute Altar des Zeus Sie in eine andere Zeit einzuladen scheint. Aber Vorsicht: Sie könnten sich in der Zeit verlieren.
Am Abend sollten Sie nach Prenzlauer Berg fahren – dem ehemaligen Ostbezirk, wo jedes Haus einen blumengeschmückten Balkon und Fahrräder vor der Tür hat. Hier gibt es keinen Glamour, dafür aber eine gemütliche Atmosphäre: kleine Buchhandlungen mit Vintage-Ausgaben in Deutsch und Englisch und Bäckereien, die nach Berliner Pfannkuchen duften. Wenn Sie im Dezember dort sind, sollten Sie den Weihnachtsmarkt am Kollwitzplatz nicht verpassen – kein Jahrmarkt, sondern ein stilles Wunderland aus Holzhütten, Kerzen und dem Duft von zuckerfreiem Glühwein.
Berlin ist nicht nur eine Stadt der Denkmäler. Es sind die Menschen, die jeden Tag aufs Neue entscheiden: sich zu erinnern oder zu vergeben, wütend zu sein oder kreativ zu sein. Und wenn Sie genau hinhören, erzählt Ihnen Berlin seine Geschichte nicht durch Museumstexte, sondern durch den Geruch von altem Papier, das Rattern der S-Bahn und das Lachen in einem Torbogen.
